Klimamanagement als erster Schritt zu mehr Nachhaltigkeit

Ein Artikel von Simon Gadomsky, Junior-Consultant im Fachbereich Managementsysteme
und Rina Veenhues, Junior-Consultant im Bereich Nachhaltigkeitsberatung, TÜV Rheinland Consulting

Die systematische Erfassung des unternehmensweiten CO2-Abdrucks und die Fähigkeit zur regelmäßigen Berichterstattung sichert die Wettbewerbsfähigkeit.

Um 40,4 Prozent konnte Deutschland laut Umweltbundesamt in den vergangenen 32 Jahren die Treibhausgasemissionen senken. Das stimmt zuversichtlich für die nahe Zukunft, denn bis 2030 sollen die Emissionen gegenüber dem Stand von 1990 um mehr als 50 Prozent fallen. Das würde Deutschland eine gute Ausgangsposition für die nächste Etappe sichern: Bis 2050 soll der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase innerhalb der EU bei Netto-Null liegen.

Um beide Klimaziele zu erreichen, sind allerdings größere Anstrengungen nötig, insbesondere seitens der Industrie. Hierfür werden Unternehmen sowohl vom deutschen Gesetzgeber als auch seitens der EU durch eine Reihe neuer Gesetze und Verordnungen zum Thema Energieeffizienz und Nachhaltigkeit in den nächsten Jahren stärker in die Pflicht genommen. Auch innerhalb der Industrie weht inzwischen ein anderer Wind. Die meisten Großunternehmen haben sich zu mehr Nachhaltigkeit verpflichtet und halten auch ihre Zulieferer dazu an, umweltverträglich und energieeffizient zu produzieren – und dies auch glaubhaft nachweisen zu können.

Die Anforderungen, die Unternehmen bezüglich Nachhaltigkeit erfüllen müssen, sind ebenso vielfältig wie die Prozesse, um diese zu implementieren. Zu diesem Komplex gehören Disziplinen wie Klima-, Energie-, Lieferketten- und Umweltmanagement. Die Reduzierung der Treibhausgasemissionen im eigenen Unternehmen kann jedoch als erster Schritt auf einem langen Weg zur Nachhaltigkeit gesehen werden.

Bestandsaufnahme und Festlegung der Klimaschutzstrategie

Jedes Unternehmen verbraucht im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit Energie, egal ob es Stahl produziert oder „nur“ Versicherungen anbietet, und ist deshalb in der Regel auch an der Emission von Treibhausgasen beteiligt. Kernaufgabe des Klimamanagements ist eine ganzheitliche strategische Auseinandersetzung mit den eigenen Treibhausgasemissionen und dem Ziel, diese zu erfassen, zu bilanzieren, zu reduzieren und darüber transparent zu berichten.

Am Beginn dieses Optimierungsprozesses steht die systematische Erfassung aller Emissionsquellen und deren Verbräuche entlang der Wertschöpfungskette. Dazu gehören nicht nur die Emissionen der eigenen Geschäftstätigkeit, sondern auch, soweit möglich, die Emissionen der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsschritte, beispielsweise die Emissionen zur Herstellung der Produkte der Zulieferer oder die Emissionen, die im Rahmen der Nutzungsphase der eigenen Produkte anfallen. Um diesen unternehmensweiten CO2-Fußabdruck (Corporate Carbon Footprint, CCF) zu bestimmen, haben sich international das Greenhouse Gas Protocol (GHG-Protokoll) und der ISO 14064 Standard durchgesetzt.

Nach Erstellung der Treibhausgasbilanz gilt es, eine Klimaschutzstrategie zu formulieren, die langfristige Reduktionsziele, Zielpfade und Fristen zur Erreichung von Zwischenzielen enthält. Als Orientierungshilfe für diese Aufgabe bieten sich hierfür die Methoden der Science Based Targets Initiative (SBTi) an. Sie zeigen auf, wie sich Reduktionsziele definieren lassen, die im Einklang mit den wissenschaftlichen Szenarien zur Erreichung des Pariser Klimaziels stehen.

Wege zu Netto-Null Emissionen

Die Erfassung und Dokumentation der eigenen Treibhausgasemissionen liefern in der Regel bereits Hinweise darauf, wo Energie eingespart und Emissionen reduziert werden können. Weitere und vor allem detailliertere Hinweise liefert die Erstellung von produktspezifischen CO2-Fußabdrücken (Product Carbon Footprints, PCFs). Sie schlüsseln die für die Herstellung und den Betrieb eines Produkts anfallenden Emissionen auf, sodass gezielt auf nachhaltigere Rohstoffe und Herstellungsverfahren gesetzt werden kann.

Freilich ist in der Praxis heute das Netto-Null-Ziel nicht allein durch Vermeidung und Reduktion zu erreichen – es bleibt immer ein Rest an Emissionen übrig. Diese lassen sich jedoch über den Emissionshandel sowie über Investitionen in Klimaschutzprojekte kompensieren. Hierfür stehen eine ganze Reihe geeigneter und nach internationalen Standards registrierter Kompensationsprojekte weltweit zur Wahl, die vom Unternehmen je nach Präferenz hinsichtlich Projekttyp und Region in Betracht gezogen werden können.

Klimamanagement dient mehr als nur einem Zweck

Die Erstellung eines Corporate Carbon Footprints und die Fähigkeit zur regelmäßigen Berichterstattung nur als Mittel zur Erfüllung gesetzlicher Vorschriften zu betrachten, greift deutlich zu kurz. Vielmehr ist es eine absolut notwendige Maßnahme zur Sicherung der Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Zum einen weil auch die Ansprüche der Geschäftspartner und Kunden, sowohl im B2B- als auch im Consumer-Sektor, in Bezug auf Nachhaltigkeit eindeutig steigen; zum anderen weil die Erfassung der dafür notwendigen Daten als Gelegenheit zu einer stärkeren Digitalisierung zahlreicher Prozesse genutzt werden kann. Und letztere ist ohnehin ein Schritt, der für jedes Unternehmen im Rahmen der digitalen Transformation der gesamten Wirtschaft als unabwendbar gilt.

Wir begleiten Sie bei der Einführung der für das Klimamanagement notwendigen Prozesse, von der Klimaszenario-Analyse über die Erfassung der klimarelevanter Daten und der Festlegung einer Klimastrategie bis hin zur Wahl von Kompensationsprojekten und der Klimaberichterstattung.

Erfahren Sie mehr über unser Unternehmen

Unternehmen

Wir sind ein technisch orientierter und unabhängiger Consulting-Dienstleister und Projektmanager auf dem deutschen Markt.

Unsere Standorte

Wir sind deutschlandweit an unseren Standorten in Köln, Berlin, Nürnberg, Frankfurt am Main, Dresden, Gera und Essen vertreten.

Wir als Arbeitgeber

Unser Antrieb ist es, ein Umfeld mit sinnstiftenden Aufgaben, wertschätzendem Umgang und Ambition zu schaffen.

Explosionsschutz: Kosten sparen und Leben retten

Die Gefahr, die von entzündbaren Gasen, Dämpfen und Stäuben ausgeht, wird unterschätzt. Expertise und Dokumentation erhöhen Schutz und Rechtssicherheit.

Explosionen in Betrieben zählen zu den fünf häufigsten Ursachen für tödliche Arbeitsunfälle.[i] Arbeitgeber:innen stehen in der Verantwortung, für ein explosionssicheres Arbeitsumfeld zu sorgen. Das kann herausfordernd sein, denn viele Stoffe werden auf den ersten Blick nicht als potenziell gefährlich wahrgenommen. Dazu gehören Dämpfe entzündbarer Flüssigkeiten, entzündbare Gase und feinverteilte (< 0,5 mm) brennbare Festpartikel. Erst Menge und Mischung der Stoffe mit einem Oxidationsmittel wie Luft und einer Zündquelle, zum Beispiel Funken, lassen aus dem Dampf, Gas oder Staubkorn eine Gefahr werden. Um die bestmögliche Arbeitssicherheit für die Beschäftigten zu etablieren und eine fundierte Rechtssicherheit für die Verantwortlichen zu schaffen, sind innerbetriebliche oder externe Expert:innen für Explosionsschutz gefragt.

Gefährdung richtig einschätzen

Eine potenziell gefährliche Situation kann schon unter normalen Bedingungen im Arbeitsalltag entstehen, sei es durch feine Holz- und Kunststoffstäube in Werkhallen, oft eingesetzte Gase wie Methan und Wasserstoff oder gängige Reinigungsmittel auf Aceton- oder Ethanolbasis. Als explosionsfähige Atmosphäre wird ein Gemisch mit Luft unter üblichen Arbeitsumgebungen (normaler Luftdruck, Temperaturen von -20 bis +60 °C) bezeichnet. Können durch die Zündung einer explosionsfähigen Atmosphäre Beschäftigte gefährdet werden, sprechen Expert:innen von einer „gefährlichen explosionsfähigen Atmosphäre“.

Expertise ist Voraussetzung

Die Unternehmerin oder der Unternehmer ist gesetzlich verpflichtet zu ermitteln, ob aufgrund der im Betrieb vorhandenen Materialien oder der Produktionsverfahren die Gefahr einer Explosion besteht. Dies erfolgt auf Grundlage von § 6 Gefahrstoffverordnung im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung. Ergibt die Gefährdungsbeurteilung, dass entzündbare Gase, Dämpfe oder Stäube mit Luft eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre bilden, die die Beschäftigten bei einer Zündung gefährden könnte, müssen entsprechende Schutzmaßnahmen abgeleitet werden. Dies zu beurteilen erfordert eine profunde Kenntnis chemischer, physikalischer und technischer Zusammenhänge.

Daher ist eine entsprechende Fachkunde gefordert. Liegt diese bei Arbeitgeber:innen nicht vor, ist diese Aufgabe an eine dafür qualifizierte Fachkraft zu delegieren. Eine sachnahe Ausbildung, langjährige Erfahrung und stetige Weiterbildung auf diesem Gebiet sind sogar für die betriebsinterne Fachkraft für Arbeitssicherheit nicht selbstverständlich. Expert:innen von TÜV Rheinland sind auch bei diesem speziellen Thema sowohl fachlich als auch hinsichtlich der rechtssicheren Dokumentation stets auf dem aktuellen Stand.

Das Explosionsschutzdokument

Das Explosionsschutzdokument ist Teil der Gefährdungsbeurteilung und weist Explosionsrisiken aus. Es muss von allen Betrieben durch eine/n Fachkundige/n erstellt werden, bei denen das Entstehen einer gefährlichen explosionsfähigen Atmosphäre grundsätzlich möglich ist. Das Explosionsschutzdokument enthält im Wesentlichen die Ergebnisse der Ermittlung und Bewertung der Explosionsgefährdung, das Explosionsschutzkonzept, die Maßnahmen baulicher, technischer und/oder organisatorischer Art zum Explosionsschutz sowie die Prüffristen.

Werden entzündbare Stoffe, Arbeitsmittel oder Arbeitsabläufe verändert, muss das Dokument überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht werden. Der Gesetzgeber fordert darüber hinaus, dass die Angaben im Explosionsschutzdokument von unabhängiger Seite, beispielsweise durch Experten von TÜV Rheinland, nach dem 4-Augen-Prinzip geprüft werden. Meine Kolleg:innen und ich wissen, erst mit dem Abschluss der Prüfungen zum Explosionsschutz und zur Explosionssicherheit hat die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber Rechtssicherheit in diesem sensiblen Bereich der Arbeitssicherheit.

Maßgeschneiderter Service

Expert:innen für Arbeitssicherheit von TÜV Rheinland betreuen Unternehmen in allen Fragen des Explosionsschutzes. Wir erfassen die Ist-Situation durch die Auswertung der vorhandenen Unterlagen zu den verwendeten Stoffen, Produktionsarten und Anlagen im Unternehmen sowie eine Begehung vor Ort. Diese Bestandsaufnahme im Betrieb ist essenziell. Nicht selten können bestimmte Risikoareale von den Mitarbeitenden gar nicht als solche identifiziert werden. Entweder weil dort „bisher nie etwas passiert ist“ oder weil, zum Beispiel bei einer geschlossenen Anlage, von außen nichts zu sehen ist.

Leider werden wir in vielen Fällen erst kontaktiert, wenn es bereits zu einem Beinahe-Unfall oder einem Schaden gekommen ist. Darüber hinaus werden wir hinzugezogen, wenn die Maßnahmen zum Explosionsschutz einer Prüfung nicht standhalten, das heißt das Explosionsschutzdokument mit dem zugrunde liegenden Explosionsschutzkonzept überarbeitet werden muss. Wir finden immer eine Lösung, dennoch ist es nicht nur sicherer, sondern auch wirtschaftlicher, von Anfang an Expert:innen für Arbeitssicherheit hinzuziehen. Das gilt für die Anschaffung neuer Maschinen ebenso wie bei einem Neu- oder Umbauvorhaben. Wir bei TÜV Rheinland Consulting bieten Unternehmen die Unterstützung an, die zum Bedarf passt: Sie können die intern erarbeiteten Unterlagen von uns auf Verbesserungsmöglichkeiten sichten und optimieren lassen oder von der Risikoanalyse über das Erstellen des Explosionsschutzdokumentes bis hin zur unabhängigen Prüfung alle Aufgaben an TÜV Rheinland Consulting delegieren.

Haftung bei einem Unfall

Explosionen können schwere Verletzungen verursachen, die zu längeren Ausfallzeiten der Betroffenen, einer Berufsunfähigkeit und Frühverrentung oder sogar zum Tod führen können. Entsprechend stringent ist die strafrechtliche Verfolgung solcher Unfälle. Als Sachverständiger erlebe ich bei Ermittlungen der Staatsanwaltschaft immer wieder, wie schockiert die Menschen sind, wenn ihnen aus rechtlicher Sicht die Schuld zugewiesen wird. Oft sind die Betroffenen sich gar nicht bewusst darüber, dass ein Explosionsrisiko bestand und dass sie in der Verantwortung waren, dieser Gefahr zu begegnen. So können die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber nicht argumentieren, davon ausgegangen zu sein, dass „die Fachkraft für Arbeitssicherheit sich um den Explosionsschutz kümmert“. Sie sind verpflichtet, diese Aufgabe aktiv an eine innerbetriebliche oder externe Fachkraft zu delegieren.

Was viele nicht wissen: Auch ohne schriftliche Anweisung oder Fixierung in der Stellenbeschreibung ist laut Rechtsprechung eine weisungsbefugte Person auch für den Arbeitsschutz (mit)verantwortlich. So kann der Meister oder die Meisterin in der Großschreinerei selbst dann haftbar gemacht werden, wenn diese Aufgabe zum Beispiel an den Abteilungsleiter oder die Abteilungsleiterin delegiert ist. Als Weisungsbefugte:r muss auch der/die Meister:in auf Sicherheit achten. Aus Erfahrung kann ich sagen, Explosionsschutz von Anfang an spart Kosten, schützt die Gesundheit und kann Leben retten.

[i] Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie „Rechtliche Wegweiser im Explosionsschutz

Stefan_Schuetzenmeier-TUeV-Rheinland

Ihr Kontakt zum Autor

Stefan Schützenmeier
Fachexperte

TÜV Rheinland Consulting GmbH
Tillystr. 2
90431 Nürnberg
+49 911 655 5477

Erfahren Sie mehr über unser Unternehmen

Unternehmen

Wir sind ein technisch orientierter und unabhängiger Consulting-Dienstleister und Projektmanager auf dem deutschen Markt.

Unsere Standorte

Wir sind deutschlandweit an unseren Standorten in Köln, Berlin, Nürnberg, Frankfurt am Main, Dresden, Gera und Essen vertreten.

Wir als Arbeitgeber

Unser Antrieb ist es, ein Umfeld mit sinnstiftenden Aufgaben, wertschätzendem Umgang und Ambition zu schaffen.

TRC unterstützt Solar Decathlon

Energieeffiziente Häuser für eine nachhaltige Stadtentwicklung – TÜV Rheinland Consulting liefert Monitoring-System für Solar Decathlon Europe.

Köln 19.08.2022. TÜV Rheinland Consulting unterstützt beim Solar Decathlon Europe 21/22 und liefert ein Monitoring-System für energieeffiziente Häuser mit dem Ziel einer nachhaltigen Stadtentwicklung.

Im Rahmen des Solar Decathlon Europe 21/22 beauftragte die Bergische Universität Wuppertal TÜV Rheinland Consulting mit der Entwicklung und Bereitstellung eines softwaregestützten Monitoring-Systems zur Bewertung der Gebäudeenergieeffizienz. Angesichts der demografischen Entwicklung und dem kontinuierlichen Wachstum europäischer Städte, stellte sich der Wettbewerb der Frage, wie nachhaltiges Wohnen in der Stadt funktionieren kann.

Der Solar Decathlon Europe ist ein europäischer Wettbewerb unter internationalen Hochschulteams, deren Aufgabe im Entwurf und Bau eines Hauses besteht, dessen Energiebedarf allein durch Sonnenenergie gedeckt werden darf. Nicht nur der Bau, sondern auch der Betrieb der Objekte spielt dabei eine zentrale Rolle: alle alltäglichen Tätigkeiten im Haushalt werden simuliert und mittels Sensorik erfasst.

Unter der Projektleitung von Kim Bernhard Onneken wurde hierzu ein spezifisches Monitoring-System entwickelt und in Betrieb genommen. Im Wettbewerb stellte es die Zustandsdaten zur Verfügung, mittels derer die Qualität der Baukonzepte nachgewiesen und die Zustandserfassung der Innenraumbedingungen veranschaulicht werden konnten. Neben der Energieeffizienz der Wohnobjekte wurden damit auch die Nutzkonzepte der Haushaltsgeräte erfasst.

Die Überwachung und Auswertung des Wettbewerbs erfolgten durch den jährlich wechselnden Organisator, im Jahr 2022 die Bergische Universität Wuppertal. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.

„Wir sind stolz darauf, dank unserer hervorragenden Fachexperten einen Beitrag zum Wohle des Klimaschutzes zu leisten und die dringend erforderliche Energiewende voranzutreiben.“

Mariusz Bodek

Geschäftsführer
TÜV Rheinland Consulting

Das Monitoring-System bleibt zunächst fester Bestandteil des „Living Labs“ und wird zur weiteren Forschung an zukunftsfähigen Häusern genutzt. TÜV Rheinland Consulting ist bereits zum dritten Mal in Folge bei dem Wettbewerb involviert. In den Jahren 2018 und 2021 unterstützte das Unternehmen bereits in Dubai beim Solar Decathlon Middle East.

Hinweis: Bei der TRC leben wir Diversität und Chancengleichheit. Wenn in unseren Texten aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet wird, sind damit stets wertfrei alle Menschen gemeint. Mehr zu unseren Werten lesen Sie hier.

Erfahren Sie mehr über unser Unternehmen

Unternehmen

Wir sind ein technisch orientierter und unabhängiger Consulting-Dienstleister und Projektmanager auf dem deutschen Markt.

Unsere Standorte

Wir sind deutschlandweit an unseren Standorten in Köln, Berlin, Nürnberg, Frankfurt am Main, Dresden, Gera und Essen vertreten.

Wir als Arbeitgeber

Unser Antrieb ist es, ein Umfeld mit sinnstiftenden Aufgaben, wertschätzendem Umgang und Ambition zu schaffen.

TRC Insight: VDA Band 5

VDA Band 5 Praxishandbuch: Erster Blick ins Buch – Eine Interpretation der TÜV Rheinland Consulting

Köln, 10.01.2022. Eine hohe Produkt- und Prozessqualität, die festgelegte Standards und Kriterien erfüllt, ist in Branchen wie der Automobilindustrie entscheidend für die Sicherheit der Produkte. Um dies zu erreichen, sind Mess- und Prüfprozesse unverzichtbar. Diese Prozesse sind Gegenstand der kürzlich erschienenen 3. Auflage des VDA Band 5. Dieser Band gehört zur Schriftenreihe der VDA-Bände, die vom Qualitäts Management Center (QMC) im Verband der Automobilindustrie veröffentlicht werden. Die deutsche Automobilindustrie fordert von ihren Zulieferern und Dienstleister:innen seit 1998 die Umsetzung dieser Bände. Schon der Titel zeigt, dass es wesentliche Neuerungen gibt: „Mess- und Prüfprozesse – Eignung, Planung und Management“. Auf über 200 Seiten wird in der Neuauflage der gesamte Prozess des Managements von Prüfprozessen behandelt. Dazu hat das Konsortium aus Automobilherstellern und Zulieferern die gesamte Praxiserfahrung seit Einführung des VDA 5 im Jahr 2003 in die Neugestaltung einfließen lassen. Dabei sind über die Zusammenarbeit mit unseren Kund:innen aus der Automobilindustrie auch unsere rund 20-jährigen Erfahrungen aus der Anwendung von Mess- und Prüfprozessen eingeflossen. Besonders wichtig finde ich, dass nicht nur der Geltungsbereich erweitert wurde, sondern auch die Kapitel Prüfprozessmanagement, risikogerechte Absicherung und Prüfprozessplanung neu in den VDA Band 5 aufgenommen worden sind. Das finde ich aus folgenden Gründen gut und wichtig:

Prüfprozessmanagement, das Rückgrat der Qualitätssicherung

Messunsicherheiten können weitreichende Folgen haben: Sie führen zu

  • falschen Konformitätsentscheidungen
  • einer fehlerhaften Beurteilung von Maschinen und Fertigungsprozessen
  • einer schlechteren Prozessqualität und somit zu
  • erhöhtem Fertigungs- und Prüfaufwand.

Durch zu große Messtoleranzen verursachte Nacharbeit, Reklamationen oder gar Rückrufe können zu hohen Kosten führen. Entsprechend wichtig ist das Prüfprozessmanagement in der Qualitätssicherung. Aber es ist auch eine Herausforderung, denn es gilt zum einen die Produkt- und Prozessqualität sicherzustellen und zum anderen unnötige Kosten zu vermeiden. Einen Ansatz dazu bietet die VDI/VDE Richtlinie 2600, an der ich mitgearbeitet habe, mit der risikogerechten Absicherung von Mess- und Prüfprozessen. Sie wurde in der Neuauflage von VDA Band 5 aufgegriffen und auf das gesamte Prüfprozessmanagement ausgeweitet.

Was bedeutet risikogerechte Absicherung?

Ziel der risikogerechten Absicherung ist es, die Produkt- und Prozessqualität durch Merkmale zu sichern, die für die Qualität des Endproduktes von besonderer Bedeutung sind. Für das Merkmal wird ermittelt, welche Folgen und welche Wahrscheinlichkeit eine fehlerhafte Prüfung haben kann. Bei den Folgen spielen die daraus hervorgehenden Gefährdungen ebenso eine Rolle wie das Nichterfüllen der Konformität, Funktionsstörungen oder Folgekosten. In die Wahrscheinlichkeit eines fehlerhaften Prüfentscheids fließen Kriterien ein wie die Fehlergrenzen des Prüfmittels im Verhältnis zu Toleranz, Einfluss des Prüfenden und der Umgebungsbedingungen oder auch die Erfahrung mit dem Prüfprozess. Besonders hohe Anforderungen sind immer dann zu stellen, wenn ein fehlerhafter Prüfentscheid gravierende Folgen oder eine hohe Wahrscheinlichkeit hat. Die Neuauflage gibt Hinweise, wie bei der Absicherung durch das Prüfmittelmanagement vorgegangen werden kann. Dabei gilt: Je wichtiger ein Merkmal für die Sicherheit ist, desto öfter und genauer muss es geprüft werden. Dazu definiert VDA Band 5 erstmals nach Risikoklassen abgestufte Anforderungen. Besonders hohe Anforderungen gelten beispielsweise bei sogenannten „Besonderen Merkmalen“ wie Abgasnormen oder ISO-Fix-Halterungen. Messtechnik, die hier zum Einsatz kommt, muss von akkreditierten Laboren überprüft werden. Außerdem sind statistische Untersuchungen anzufertigen, um die Richtigkeit des Messergebnisses sicherzustellen. Die risikogerechte Absicherung ist eine Möglichkeit, die Produkt- und Prozessqualität mit Blick auf die entstehenden Kosten zu optimieren. Es schlägt die Brücke zwischen einem wirksamen und einem wirtschaftlichen Prozessmanagement.

Praxisrelevante Lösungen bei Eignungsnachweisen

Bei Eignungsnachweisen stellen sich oft zahlreiche praxisrelevante Fragen, zum Beispiel nach der Übertragbarkeit, den Handlungsalternativen bei Nichterreichen der benötigten Werte, die Umsetzung bei kleinen Versuchsumfängen oder die Wiederholfrequenz der Nachweise. Auf diese und andere Fragen gibt die Neuauflage nun Antworten. Damit und durch den angekündigten Ergänzungsband mit Praxisbeispielen ist die 3. Auflage des VDA Band 5 eine wertvolle Hilfe für unsere Kund:innen sowie für meine Kolleginnen und Kollegen aus dem Production Excellence-Team. Wir arbeiten gemeinsam mit unseren Kund:innen daran, die bestehenden Prozesse zu optimieren und so die Produkt- und Prozessqualität zu verbessern. Diese Möglichkeit, ständig dazuzulernen und Verbesserungen voranzutreiben, ist für mich ebenso wie für meine Kolleginnen und Kollegen eine wichtige Motivation.

Hinweis: Bei der TRC leben wir Diversität und Chancengleichheit. Wenn in unseren Texten aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet wird, sind damit stets wertfrei alle Menschen gemeint. Mehr zu unseren Werten lesen Sie hier.

Erfahren Sie mehr über unser Unternehmen

Unternehmen

Wir sind ein technisch orientierter und unabhängiger Consulting-Dienstleister und Projektmanager auf dem deutschen Markt.

Unsere Standorte

Wir sind deutschlandweit an unseren Standorten in Köln, Berlin, Nürnberg, Frankfurt am Main, Dresden, Gera und Essen vertreten.

Wir als Arbeitgeber

Unser Antrieb ist es, ein Umfeld mit sinnstiftenden Aufgaben, wertschätzendem Umgang und Ambition zu schaffen.